Hier finden Sie: Skulpturensammlung

Paul Heermann:
Modell zu einem Reiterstandbild von August dem Starken, um 1711/13, Gips bronziert
Foto: Karpinski
© Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Skulpturensammlung

Sammlungsgeschichte

Der Ursprung des Museums geht auf die 1560 gegründete Kunstkammer zurück. Die eigentliche Gründung der »Sammlung der antiken und modernen Skulpturen« vollzog jedoch August der Starke (1696-1733), der Dresden zu einer Metropole barocker Architektur und Skulptur machte.

August der Starke erwarb von König Friedrich Wilhelm I. aus Berlin Antiken, darunter die der Sammlung Bellori mit exzellenten römischen Porträts. Aus Rom kamen die rund 200 erstrangigen antiken Skulpturen, Vasen, Bronzen und ägyptischen Mumien der Sammlungen Chigi und Albani. Auch später konnten neben herausragenden Einzelerwerbungen immer wieder komplette Sammlungen gewonnen werden. Nach dem Eintreffen der Antiken aus Rom Ende 1729 wurde die Sammlung in den Sälen des Palais im Großen Garten aufgestellt, umgeben von Meisterwerken der zeitgenössischen Skulptur. 1786 erhielt die Sammlung in zehn Erdgeschoss-Sälen des Japanischen Palais eine neue museale Aufstellung.

Eine Blütezeit begann, als mit dem klassischen Archäologen Georg Treu (1843-1921) 1882 ein Fachgelehrter von hohem Rang die Leitung des Museums übernahm. Treu hat in den reichlich drei Jahrzehnten seiner Amtszeit mit systematischen Erwerbungen ganze Sachgebiete, wie etwa den Bestand an antiken Vasen und antiken Terrakotten zu geschlossenen Sammlungen ausgebaut.
Nach vierjähriger Bauzeit war im Jahre 1889 der Umbau des Renaissance-Zeughauses an der Brühlschen Terrasse als Archivgebäude und als Museum für Plastik abgeschlossen, und die Antikensammlung konnte aus dem Japanischen Palais in das neue Museumsgebäude »Albertinum« übersiedeln. Treu setzte die Tradition der Gegenüberstellung der Antiken mit zeitgenössischen Werken fort. So erwarb die Skulpturensammlung als erstes deutsches Museum zahlreiche Werke von Auguste Rodin und Constantin Meunier. Ein von Treu besonders ausgebauter Sammlungsschwerpunkt ist auch derjenige farbiger Plastiken der Antike und moderne, u.a. von Max Klinger.

Obwohl das Albertinum im Februar 1945 teilweise zerstört wurde, haben die Bestände mit Ausnahme von Großgipsen den Zweiten Weltkrieg ohne nennenswerte Verluste überstanden. Die Originale gelangten nahezu vollständig in die Sowjetunion und kamen erst 1958 nach Dresden zurück.

Seit Januar 2006 ist das  Albertinum wegen umfassender Sanierungsarbeiten und des Neubaus eines Depot- und Werkstattgebäudes geschlossen. Bis zu ihrer Wiedereröffnung  präsentiert sich die Skulpturensammlung mit wechselnden Ausstellungen im Zwinger.