Gotische Skulptur in Sachsen
Kunstsammlungen Chemnitz – Schloßbergmuseum
Seit Juni 2009 haben die mittelalterlichen Kunstwerke der Skulpturensammlung im Schloßbergmuseum Chemnitz eine neue Heimstatt. Gemeinsam mit den Arbeiten des Schloßbergmuseums – darunter einzigartige Objekte wie das Heilige Grab aus St. Jakobi in Chemnitz – werden die Dresdener Werke im Kreuzgang und den Konventsräumen dieses ehemaligen, 1136 gegründeten Benediktinerklosters gezeigt. Das Ensemble von Kloster und der angrenzenden spätgotischen Hallenkirche, in der sich bedeutende Werke wie das Astwerkportal von Franz Maidburg und die Geißelsäule des Meisters H. W. befinden, bildet den idealen Rahmen für die Präsentation. In kongenialer Weise ergänzen sich die beiden historischen Sammlungen aus Dresden und Chemnitz, die in ihren Ursprüngen auf den 1825 gegründeten Königlich Sächsischen Altertumsverein und den Verein für Chemnitzer Geschichte zurückgehen. Diese hatten im 19. und frühen 20. Jahrhundert unter anderem Altäre, einzelne Retabelfiguren und Andachtsbilder, die keine liturgische Verwendung in den Kirchen mehr fanden, gesammelt und ausgestellt.
Im Schloßbergmuseum werden die zumeist farbig gefassten Werke aus den wichtigsten Zentren der damaligen Kunstproduktion zwischen Saale und Neiße präsentiert. Sie belegen die stilistische und ikonographische Bandbreite sächsischer Schnitzkunst und ihre Verbindungen zur Kunst benachbarter Kulturlandschaften. Die Bildwerke, die um Themen wie die Menschwerdung Christi, dargestellt durch die zahlreichen Marienfiguren mit Kind, und die Erlösung der Menschen durch die Passion, kreisen, bringen dem Besucher die Bild- und Gedankenwelt des mittelalterlichen Menschen nahe und veranschaulichen ihre mannigfaltige Verwendung in der Liturgie.
Den Schwerpunkt der Ausstellung mit rund 80 Objekten, davon 65 aus dem Besitz der Skulpturensammlung, bildet die spätgotische Plastik aus der Zeit zwischen 1480 und 1520. Skulpturen wie die beiden Madonnen des Meisters H. W. aus Waldkirchen, die raumgreifend bewegte thronende Muttergottes aus Geyer, mehrere Arbeiten von Peter Breuer oder die monumentalen Figuren vom ehemaligen Hochaltar der Michaeliskirche in Zeitz sind einzigartige Zeugnisse der Blüte sächsischer Bildschnitzkunst. Eine weitere wichtige Werkgruppe bilden Objekte, die der „internationalen Gotik“ aus der Zeit um 1400 zuzurechnen sind, so wie der Altar aus Topfseifersdorf, der älteste erhaltene Figurenschrein Sachsens. Daneben können ausgewählte Kunstwerke der Spätromanik und Frühgotik, etwa die einzigartige Madonna aus Otzdorf von ca. 1160-70, gezeigt werden.
Schloßbergmuseum Chemnitz
Schloßberg 12
09113 Chemnitz
Öffnungszeiten: Täglich außer Montag 11 bis 18 Uhr
www.kunstsammlungen-chemnitz.de
