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Abraham Jamnitzer: Daphne als Trinkgefäß
Silber, größtenteils vergoldet, Koralle, Ende 16.Jh.
© Staatliche Kunstsammlungen Dresden,
Grünes Gewölbe

Sammlungsgeschichte

Das Grüne Gewölbe ist eine der reichsten und berühmtesten Schatzkammern Europas. Der sächsische Kurfürst und polnische König August der Starke (1670-1733) ließ das Museum zwischen 1723 und 1729 unter der Leitung Matthäus Daniel Pöppelmanns errichten. Der Oberlandbaumeister erweiterte dafür die vier Räume, die damals schon mehr als 150 Jahre lang als sächsischer Staatstresor gedient hatten und bereits im 16. Jahrhundert aufgrund malachitgrün gestrichener Architekturteile im Pretiosensaal den Namen "Geheime Verwahrung des Grünen Gewölbes" trugen, zu einer dramaturgisch angelegten Folge von 8 Räumen.
Mit der Aufstellung des Juwelenschrankes im größten Raum der Geheimen Verwahrung, dem späteren Pretiosensaal, hatte August der Starke bereits einige Jahre früher begonnen, seine Schätze einer ausgewählten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Er präsentierte Objekte, die er aus der 1560 gegründeten sächsischen Kunstkammer und der Schatzkammer auswählte und durch eine Fülle selbst erworbener Objekte ergänzte. Es entstand eines der ältesten Museen Europas, das die Zeiten und Moden bis ins 20. Jahrhundert überdauerte.

Dem Angriff auf Dresden am 13. Februar 1945 fielen drei der acht aufwendig ausgestatteten Räume des Grünen Gewölbes im Residenzschloss zum Opfer. Die beweglichen Kunst-gegenstände hatte man bereits auf die Festung Königstein im nahegelegenen Elbsandsteingebirge in Sicherheit gebracht. Direkt nach Kriegsende wurden die ausgelagerten Werke von der Trophäenkommission der Roten Armee beschlagnahmt und in die UdSSR abtransportiert. Aufgrund eines Beschlusses der sowjetischen Regierung konnten sie 1958 nach Dresden zurückkehren.
1959 zogen Teile der Sammlung in Räumlichkeiten des Albertinums ein, da eine Rückkehr in das Dresdner Schloss aufgrund der Kriegszerstörungen unmöglich war.
Nach über einem halben Jahrhundert und langen Vorarbeiten konnte 2001 mit der Restaurierung und Rekonstruktion der historischen Räume begonnen werden.