Sammlungsgeschichte
Der überwiegende Anteil der Kunstwerke, die heute in der Gemäldegalerie Alte Meister zu bewundern sind, wurde in wenig mehr als 50 Jahren zusammengetragen. Die Kurfürsten und polnischen Könige August der Starke (1694 Kurfürst von Sachsen, 1697 König von Polen) und sein Sohn König August III. (Regierungszeit 1733-1763), der sich durch bemerkenswerte Kennerschaft auf dem Gebiet der Malerei und Grafik auszeichnete, legten eine systematische und spezialisierte Sammlung an. Ihnen glückten bedeutende Erwerbungen, darunter der für 1746 belegte spektakuläre Ankauf von 100 Meisterwerken aus dem Besitz des Herzogs von Modena. Im Jahr 1747 zog die inzwischen zu europäischer Geltung gelangte Sammlung in das zur Gemäldegalerie umgebaute Stallgebäude am Neumarkt ein.
Der besondere Charakter der Sammlung resultiert aus der begrenzten Entstehungszeit: Mit Werken der Hochrenaissance und des Barock sowie virtuosen Leistungen damaliger Gegenwartskunst zeugt sie ganz vom Geschmack des 18. Jahrhunderts. Zwischen 1847 und 1855 wurde Gottfried Sempers Plan für den heutigen Galeriebau am Zwinger umgesetzt.
Während des Zweiten Weltkriegs waren alle Gemälde ausgelagert und blieben unversehrt, während das Galeriegebäude 1945 schwer beschädigt wurde. Nach Kriegsende kamen die Bilder in die ehemalige Sowjetunion.
Mit Ankündigung der Rückgabe der Kunstschätze im Jahr 1955 begann der Wiederaufbau des Galeriegebäudes, das 1960 vollständig geöffnet werden konnte. Von 1988 bis 1992 erfolgte eine grundlegende Modernisierung des Semperbaus, bei der die Erhaltung und Rekonstruktion der historischen Substanz im Vordergrund stand. In ihrer heutigen Form stellt die Sammlung der Alten Meister eine der glanzvollsten Gemäldegalerien Europas dar.
