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oben: Jo Jastram, Bronzeskulpturen, Rostock 1983-4, im Besitz des Künstlers 
Foto: Miriam Amine und Tilmann Chromer
© Jo Jastram

mittig: Marcel Odenbach, Köln 2006
im Besitz des Künstlers
© Marcel Odenbach

unten: Jo Jastram, Die afrikanische Tänzerin, Rostock 1983-4, im Besitz des Künstlers 
Foto: Miriam Amine und Tilmann Chromer,
© Jo Jastram

ÄTHIOPIEN UND DEUTSCHLAND.
Sehnsucht nach der Ferne. IKONEN

 
Äthiopien, Addis Abeba
im Goethe-Institut Gebrekristos Desta Center Addis Abeba
21. September bis 28. Oktober 2007

Eine Ausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden im Goethe-Institut Gebrekristos Desta Center Addis Abeba in Zusammenarbeit mit der Deutschen Botschaft Addis Abeba, dem National Museum of Ethiopia und dem Institute of Ethiopian Studies, University of Addis Abeba.

Der deutsch-äthiopische Kultur-Dialog, der mit der Ausstellung  „Äthiopien und Deutschland. Sehnsucht nach der Ferne“  im letzten Jahr in Leipzig begann, wurde in Äthiopiens Hauptstadt weiterentwickelt. Auf einer Ausstellungsfläche von 120 qm wird anhand von Kunstwerken der Künstler Marcel Odenbach (Köln), Jo Jastram (Rostock/Kneese), Yenatfenta Abate (Hamburg/Addis Abeba) und Fre Heywat (Äthiopien), die deutsch-äthiopische Geschichte beleuchtet.
Die Anfang des 20. Jahrhunderts vom äthiopischen Künstler Fre Heywat geschaffene christlich-orthodoxe Ikone, auf der u.a. der deutsche Diplomat Scheller-Steinwartz als Löwentöter gleichrangig neben dem äthiopischen Kaiser Menelik II. verewigt ist, wird durch künstlerische Arbeiten, deren Inhalte sich mit „Modernen Ikonen“ der Gegenwart auseinandersetzen, in eine kritische Beziehung gesetzt.

Marcel Odenbach beschreibt die Ambivalenz Haile Selassies dessen 58jährige Regentschaft genauso unvergessen wie mythenhaft ist, um sich das Leben dieses außergewöhnlichen Kaisers zu erschließen. Haile Selassies politische Geste, als erstes ausländisches Staatsoberhaupt dem Nachkriegsdeutschland einen Besuch abzustatten, war entscheidend für deren erneute internationale Anerkennung. Für äthiopische Gläubige ist Haile Selassie ein Gott, wohingegen der Kaiser selbst sich als Diener Gottes verstand.
Die Arbeiten von Jo Jastram stehen für den ideologischen und kulturellen Transfer zwischen Äthiopien und der DDR. Sehr eindrücklich kann dies anhand des Karl-Marx-Denkmals nachvollzogen werden, das von der Regierung der DDR im Jahr 1979 an Mengistu Haile Mariam als Geschenk für das äthiopische Volk übergeben worden war. Jastrams Studien während seiner Äthiopienaufenthalte, die Entwürfe aus den Jahren 1979-1984 und die daraus entstandenen Bronzeskulpturen brachten frische, lebendige Bilder des Fremden in die weitgehend isolierte DDR zurück.
Yenatfenta Abates Arbeit von 1996 „Der Kopf“, zeigt das Porträt eines der bekanntesten Äthiopier aus dem Werbekontext, der sich im Sog deutsch-äthiopischer Beziehungen wandelt und seinen Platz als moderne Ikone für ein freundliches, menschliches Äthiopien innerhalb der künstlerischen Formensprache behauptet.
Diese Ausstellung geht neue Wege insofern als es bisher kein vergleichbares Unterfangen gab, das die Kunst von Europa nach Afrika brachte. Es ist nicht unüblich, dass äthiopische Künstler mit ihren Arbeiten nach Deutschland kommen, um dort ihre Kunst einem ausgewählten Publikum zu zeigen. Die Staatlichen Kunstsammlungen wagen den umgekehrten Schritt, indem sie eine Ausstellung zeigen, in einem Land, das fernab der europäisch-amerikanischen touristischen Ströme liegt. Sie setzen damit ein Zeichen, richten die Aufmerksamkeit auf eine Region, die weit mehr Potential hat, als es in den Medien durch kontinuierliche Katastrophenmeldungen erscheint.

Katalog
Zur Ausstellung erscheint ein ca. 70-seitiger englischer Katalog, hgg. von Kerstin Volker-Saad für die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, 2007, der speziell die Aspekte der „Ikonen“ aufgreift (gefördert von der Ernst von Siemens Kunststiftung, München). Erhältlich ist dieser Katalog über das Goethe-Institut Gebrekristos Desta Center in Addis Abeba (tenagne@addis.goethe.org.)
Der Hauptkatalog „Äthiopien und Deutschland. Sehnsucht nach der Ferne“ hrsg. von Kerstin Volker-Saad und Anna Greve für die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Deutscher Kunstverlag Berlin, 2006, gefördert von der Ernst von Siemens Kunststiftung, ist über den Buchhandel oder den Publikationsvertrieb (Evelin.Pfeifer@skd-dresden.de)
der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden erhältlich.

Allen diesen Förderern danken wir:
Auswärtiges Amt
Ernst von Siemens Kunststiftung (München)
Commerzbank (Frankfurt/Addis Abeba)
Lufthansa (Addis Abeba)
Voith Siemens Hydro Kraftwerkstechnik GmbH & Co. KG.
(Heidenheim)
Jos Hansen & Soehne GmbH
Prinz Dr. Asfa Wossen Asserate (Frankfurt)
Dresdner Freundeskreis Äthiopien e.V. (Dresden)
Orbis Aethiopicus e.V. (Frankfurt)
Kuhn& Bülow