Zeichen im Wandel der Zeit.
Chinesische Tuschemalerei der Gegenwart
Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
Kuratiert vom National Art Museum of China (NAMOC), Peking
Berlin: Sonderausstellungshalle der Museen Dahlem
In der Ausstellung zeigen die Staatlichen Museen zu Berlin und die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden die Bedeutung der Tuschetradition für die chinesische Gegenwartskunst auf und führen die gewaltige Vielfalt vor, mit der die Tradition der Tuschemalerei in der heutigen chinesischen Kunst umgesetzt, weitergeführt und erneuert wird.
An zwei Standorten, den Museen Dahlem in Berlin und der Kunsthalle im Lipsiusbau auf der Brühlschen Terrasse in Dresden, werden zwei Aspekte – Mensch und Landschaft - vorgestellt, die in der Zusammenschau dem Besucher eine fundierte Einsicht in die Vielfalt an Formen und individuellen Positionen gibt. Das Spektrum reicht vom traditionellen Rollbild bis zur Videoinstallation und zeigt auf, wie die ehrwürdige Tradition der Tuschemalerei in der heutigen Zeit fortgeführt wird.
So konzentriert sich die Berliner Schau auf die zunehmende Urbanisierung Chinas und die Entwicklung des Landes von einer bäuerlich geprägten Gesellschaft hin zu einem zunehmend industrialisierten Staat – mit dem Menschen im Mittelpunkt. Dagegen gilt die Aufmerksamkeit des Dresdner Parts der Landschaft, in deren Darstellung den philosophischen Wesenszügen der Tuschmalerei nachgespürt werden kann.
Der besondere Reiz der chinesischen Tuschmalerei zeigt sich in mannigfaltigen Aspekten. Als Jahrtausend altes Verfahren, welches in enger Verbindung mit der Kunst der Kalligraphie zu den vornehmsten Ausdrucksformen der ostasiatischen Kunst zählt, wohnen ihr das Ansehen und die Kraft des Alther-gebrachten inne. Zugleich ist es eine Kunstform, welche bis heute aufgrund der Materialbeschaffenheit – Tuschen unter-schiedlichster Schattierung, winzige bis mannshohe Pinsel und zahlreiche Papiere sowie Stempel – dem besonderen Einfalls-reichtum der Künstler Raum gibt.
Ihr Pinselduktus erzeugt Lebendigkeit, die ausgewogene Komposition insbesondere der Landschaften lässt die kon-templative Grundhaltung nachempfinden, durch die sich die Tuschemaler einer Kunst annehmen, die von ihnen hohem Präzision und Verinnerlichung fordert.
In der Zeit des „Sozialistischen Realismus“, der kommu-nistischen Kunstdoktrin, welche in China bis zum Tod Mao Zedongs 1976 Verbindlichkeit besaß, wurde die Wichtigkeit der Tuschmalerei für die chinesische Kultur stark angefochten. Einige Künstler – unter ihnen der in der Ausstellung „Zeichen im Wandel der Zeit“ vertretene Maler Li Keran – konnten dennoch bereits in den 1950er Jahren nationalen und auch internationalen Ruhm erlangen. Seit den 1980er Jahren aber befindet sich die Tuschemalerei in China wieder im Aufschwung und Künstler verschiedener Generationen berufen sich zunehmend auf diese ästhetische Tradition ihres Landes. Dass im derzeitigen westlichen Blick auf China diejenige Gegenwartskunst bevorzugt wahrgenommen wird, welche an das westliche Kunstverständnis angelehnt ist, verstellt den Blick auf diese Entwicklung. Mit der Ausstellung „Zeichen im Wandel der Zeit“ konzentrieren sich die Staatlichen Museen zu Berlin und die Staatlichen Kunst-sammlungen Dresden darum auf den eminenten Einfluss, den die Tusche-Tradition auch heute noch auf das Kunstschaffen in China ausübt.
Eingebunden in das Themenjahr „China in Dresden in China“ der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden greift das Kunstgewerbemuseum in Schloss Pillnitz zusätzlich und analog zu „Zeichen im Wandel der Zeit“ mit der Ausstellung „Chinese Gardens for Living: Illusions into Reality“ einen weiteren Aspekt der chinesischen Kunsttradition, die Landschaftsgestaltung auf. Mit diesen beiden Ausstellungen ergründen die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden auf tiefgehende Weise die Traditionslinien, welchen sich die heutige chinesische Kunst verpflichtet fühlt.
Die Ausstellung steht unter der gemeinsamen
Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler und
Hu Jintao, Staatspräsident der Volksrepublik China.
Eintritt:
5,00 Euro
3,00 Euro, ermäßigt
Gruppenpreis (ab 10 Personen, pro Person): 4,00 Euro
Familienkarte: 11,00 Euro
Die Eintrittskarten berechtigen zum ermäßigten Eintritt in die Sonderausstellung "Chinese Gardens for Living. Illusion into Reality".
Die Ausstellung wird durch ein umfangreiches
Rahmenprogramm in Dresden begleitet.
Dieses finden Sie hier zum Download (PDF-Dokument).
