Kami. Silence – Action
Die klassischen Medien japanischer Kunst auf Papier treten heute in der europäischen Wahrnehmung japanischer Gegenwartskunst vielfach zurück gegenüber Photographie, Plastik, Video- und Installationskunst. Bewusst rückt die Ausstellung des Kupferstich-Kabinetts die aktuellen Ausdrucksformen von Zeichnung und Graphik in den Mittelpunkt. „Kami“ (Papier 紙, Gott / Gottheit 神) bezeichnet nicht nur das Material des Bildträgers, sondern spielt in seiner zweiten Übersetzungsmöglichkeit auch auf eine – im weitesten Sinne – religiöse, mythologische oder existenzielle Dimension an, die für die ausgewählten Arbeiten kennzeichnend ist. „Silence“ (Ruhe, Stille, Gleichklang, aber auch Funkstille, Stillstand, Tod) und „action“ (Lebendigkeit, Handlungsraum, aber auch Bedrohung, Hektik, sinnloses Treiben) stehen für übergreifende Fragen, wie sie immer wieder im Hinblick auf die Kunstszene Japans gestellt werden – etwa nach dem Verhältnis von Tradition und Moderne, nach der besonderen Bedeutung kultureller Bindungen und dem Durchbrechen eben dieser Bindungen.
Gezeigt werden Werke von Keisuke Yamaguchi, Rieko Hidaka, Naoki Funakoshi, Etsuko Fukaya, Tomoko Konoike, Natsunosuke Mise, Emiko Sawaragi Gilbert, Tomoharu Murakami, Manabu Ikeda, Yuri Shiraki, Shin Morikita, Yoshiko Furuhashi und Saburo Ota.
Die Ausstellung entstand in Kooperation und mit Unterstützung der Japan Foundation. Sie steht unter der Schirmherrschaft der Botschaft von Japan.